Heizung

Welche Heizung passt ins Eigenheim?

Wer als Bauherr heute seine neue Heizung auswählt, kann zwischen interessanten Heizungs-Alternativen wählen. Die neue Heizung ist Teil des Wärmekonzeptes des Hauses. Vorgaben des Gesetzgebers gilt es hier einzuhalten, ebenso lohnt ein Blick auf die eigenen Nutzungsgewohnheiten. Neben der Höhe der Investitionskosten und der Verbrauchskosten bei Strom, Gas oder Holzpellets sollten die persönlichen Ansprüche an den Wohnkomfort ebenfalls in die Entscheidung mit einfließen.

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Foto: Bosch Thermotechnik GmbH / Junkers Deutschland

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Ein Kaminofen oder Kachelofen bringt wohlige Wärme ins Haus
Ein Kaminofen oder Kachelofen bringt wohlige Wärme ins HausFoto: monropic / Fotolia

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Das fordert der Gesetzgeber von der neuen Heizung
Die Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) definiert verbindliche Grenzwerte und Berechnungsvorschriften für den Energieverbrauch von Gebäuden, die Anfang 2016 für Neubauten weiter verschärft wurden. Zudem schreibt das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) vor, dass Eigentümer neuer Gebäude einen Teil ihres Wärmebedarfs (Heizung, Warmwasser und eventuell Kühlung) aus erneuerbaren Energien decken (Solarthermie, Pelletheizung, Wärmepumpe) oder so genannte Ersatzmaßnahmen, beispielsweise eine höherwertige Dämmung, umsetzen müssen.

Rund ein Drittel aller Bauherren entscheidet sich derzeit schon für eine Wärmepumpe als Heizung, an zweiter Stelle stehen Fernwärme und Gasheizung, dann folgen Holzheizungen beziehungsweise Pelletheizungen. Die Ölheizung spielt bei Neubauten so gut wie keine Rolle mehr.

Wärmepumpe – mit Umweltwärme heizen
Wie eine Art umgekehrter Kühlschrank gewinnt die Wärmepumpe Umweltwärme aus Erdboden, Grundwasser oder Umgebungsluft. Der Kältemittelkreislauf der Wärmepumpe entzieht der Umgebung Wärme. Diese wird dann auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und für Heizung und Warmwasser genutzt. Der COP-Wert gibt an, wie hoch der Wärmegewinn im Vergleich zum Energieeinsatz in Form von Strom ist. Ein COP von vier bedeutet: Etwa das Vierfache der eingesetzten Energie wird wieder als Wärme erzeugt. Das kann in sehr gut gedämmten Häusern erreicht werden, die mit einer Fußbodenheizung ausgestattet sind. Denn eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je geringer die benötigte Vorlauftemperatur der Heizung ist.

Drei Wärmepumpen-Varianten stehen zur Auswahl:

  • Sole-Wasser-Wärmepumpe: Sie nutzt die Erdwärme entweder über horizontal verlegte Flächenkollektoren oder über in die Tiefe gebohrte Erdsonden. Erdwärmepumpen erzielen hohe Erträge. Allerdings sind der Aufwand zur Erschließung (Bohrung, Platzbedarf) und damit auch die Investitionskosten relativ hoch.
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Aus einem Förderbrunnen wird das Grundwasser nach oben gepumpt, wo ihm dann die Wärme entzogen und das Wasser anschließend zurückgeleitet wird. Diese Wärmepumpe kann die höchsten Effizienzwerte erreichen, das heißt am meisten Wärme erzeugen. Für die Installation benötigen Hausbesitzer in der Regel eine Genehmigung vom örtlichen Wasserwirtschaftsamt.
  • Luftwärmepumpe: Sie entzieht der Umgebungsluft oder der Abluft des Hauses die benötigte Wärme. Der Aufwand für die Wärmequelle und damit auch die Investitionskosten sind hier vergleichsweise gering. Der Nachteil: Die Luftwärmepumpe erreicht geringere Effizienzwerte als die anderen beiden Varianten. Gerade im Winter ist die Heizleistung oft nicht ausreichend und es muss "zugeheizt" werden. Auch die Geräuschbelastung spielt bei der Installation eine Rolle.


Gasheizung punktet mit effizienter Brennwerttechnik
Gas-Brennwertheizungen zählen zu den effizientesten Wärmeerzeugern. Sie nutzen die im Abgas enthaltene Wärme und führen zusätzlich auch die bei der Kondensation des Wasserdampfes freigesetzte latente Wärme dem Heizkreislauf zu. Gasheizungen mit Brennwerttechnik sind preiswert bei den Anschaffungskosten, allerdings heben die höheren, oft schwankenden Energiepreise diesen Vorteil über die Nutzungsdauer meist wieder auf. In Kombination mit einer Solarthermie-Anlage oder einem Kaminofen mit Wassertasche wird die Gasheizung zur Hybridheizung, die Erneuerbare Energien einbindet, und so Heizkosten spart.

Pelletheizung – Heizen mit Holz wird immer beliebter
Heizen mit Holz ist umweltfreundlich. Das macht insbesondere die Pelletheizung immer beliebter. Den vergleichsweise hohen Anschaffungskosten und dem großen Platzbedarf für das Pelletlager stehen vergleichweise günstige Heizkosten gegenüber. Heizungen mit Holzpellets gibt es als Zentralsysteme für das ganze Haus oder als Einzelraumgeräte, die mit einer Wassertasche auch in das komplette Heizsystem eingebunden werden können. Zusammen mit einer Solarthermie-Anlage arbeitet die Pelletheizung noch effizienter und der Heizkessel kann im Sommer überwiegend ausgeschaltet bleiben. Heizen mit Hackschnitzeln oder Scheitholz sind weitere Varianten. Der eigene Kamin- und Kachelofen sorgt für besonders behagliche Wärme und ist deshalb aus vielen Neubauten nicht mehr wegzudenken.

Mit Zusatzsystemen die Heizung unterstützen
Kaminofen und Kachelofen lassen sich gerade beim Neubau hervorragend an ein Heizungssystem anbinden. Hierbei wird neben der angenehmen Wärme im Raum zusätzlich Wärme an einen zentralen Pufferspeicher abgegeben. Damit wird die Hauptheizung entlastet. Solarthermie-Kollektoren erhitzen auf dem möglichst nach Süden ausgerichteten Dach eine Flüssigkeit, die über einen Wärmetauscher ebenfalls Wärme an den Pufferspeicher abgibt und die Warmwasserbereitung und die Heizung unterstützen kann.

Smarte Steuerung
Gesteuert wird die Heizung heute nicht mehr per Hand, sondern über eine zentrale Steuerung, das Internet oder Smartphone. Das hat den Vorteil, dass sich alle Parameter und Wärmewünsche optimal auf die eigenen Bedürfnisse zuschneiden lassen und die Heizung immer möglichst energiesparend arbeitet. Gleichzeitig ist eine Abstimmung auf andere Anlagen der Haustechnik wie die Lüftungsanlage möglich.

Tipp: Sie bauen nicht neu, sondern haben ein gebrauchtes Haus gekauft? Dann gelten für die Heizung oft andere Regeln als im Neubau. Viele Informationen dazu finden Sie auf Energie-Fachberater.de im Ratgeber Heizung.


Quelle: aktion pro eigenheim
 
 
 
 

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