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Grundstück: Auf voll versiegelte Flächen verzichten

Kostenfaktor Regenwasser, wenn Niederschlag nicht versickern kann

Werden Flächen auf dem Grundstück wie Einfahrt, Terrasse und Garten neu gestaltet, sollten Hausbesitzer eines unbedingt beachten: Auf komplett versiegelten Flächen können Niederschläge nicht versickern, sondern fließen auf direktem Weg in die Kanalisation. Damit kann Regenwasser zu einem erheblichen Kostenfaktor werden.

Gestaltung Hauseinfahrt mit wasserdurchlässigem BelagBild größer anzeigen
Wer Garageneinfahrt, Wege und Terrassen mit einem wasserdurchlässigen Belag gestaltet, leistet einen wertvollen ökologischen Beitrag zum Erhalt des Erdreiches und spart zudem noch Geld Foto: STEIN+DESIGN / BDB

Kann Regenwasser wegen der versiegelten Flächen auf dem Grundstück nicht versickern, wird das oft richtig teuer: Viele Gemeinden stellen heute bereits das Ableiten von Niederschlagswasser gesondert vom Trinkwasserverbrauch in Rechnung. Damit Regen und Schnee nicht zum dauerhaften Kostenfaktor werden, sollten sich Hausbesitzer vor der Gestaltung des Grundstücks über die zahlreichen Lösungsmöglichkeiten rund um das Thema Entwässerung informieren. Ob wasserdurchlässige Beläge, Dachbegrünung oder eine komplette Anlage zur Regenwassernutzung: Wer Grundstücksflächen nicht versiegelt und Regenwasser nutzt, spart nicht nur erheblich Kosten, sondern leistet auch einen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht. Denn Niederschlagswasser, das versickern kann, muss nicht erst aufwendig gereinigt werden, sondern trägt zur Grundwasserneubildung und zum Hochwasserschutz bei.

Kosten für die Entsorgung von Niederschlagswasser
Immer mehr Fläche wird versiegelt. Die Konsequenz: Bei Regenfällen kann das Wasser auf den versiegelten Flächen nicht versickern, was zur Überlastung der Kanalisation und zu Überschwemmungen führen kann. Hinzu kommt die teure Wiederaufbereitung von Abwasser in der Kläranlage. Immer mehr Gemeinden gehen deshalb dazu über, die Kosten für die Entsorgung von Niederschlagswasser auf die "Verursacher" umzulegen. Zur Zeit sind Beträge von 0,40 – 1,30 €/qm versiegelter Fläche üblich, Tendenz steigend. Über die genauen Kosten informieren sich Hausbesitzer am besten bei der Stadt oder Gemeinde.

Grundstücksgestaltung: Wasserdurchlässige Beläge für Oberflächen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Regenwasser ungehindert ins Erdreich abzuleiten. Die wohl einfachste Variante besteht darin, Garageneinfahrten, Wege und Terrassen mit einem wasserdurchlässigen Oberflächenbelag zu gestalten. Dazu zählt der sogenannte haufwerksporige Beton, der ein Versickern des Wassers direkt durch den Stein ermöglicht. Daneben gibt es Rasengittersteine, die mit Erde verfüllt und mit Rasen bewachsen sind. Hier erfolgt die Ableitung durch die Aussparungen. Gleiches gilt für das Rasenfugenpflaster, das sich aus Pflastersteinen und Abstandhaltern zusammensetzt, die für breite Fugen, einen schönen Bewuchs und echten Gehkomfort sorgen. Beim Splittfugenpflaster werden die Zwischenräume entsprechend mit Split verfüllt. Für Wege empfehlen sich Lösungen aus Rindenmulch oder Kies; sie weisen optimale Aufnahmeeigenschaften auf und bestechen darüber hinaus durch eine schöne Optik. Für alle Beispiele gilt: Der Unterboden nimmt Wasser und Sauerstoff auf, der Grundwasserspiegel wird auf natürlichem Wege aufgefüllt und der Boden als wichtiger Lebensraum für Mikroorganismen bleibt erhalten.

Originell und kostensparend: Dachbegrünung
Aber auch Flächen, die sich scheinbar nicht entsiegeln lassen, können die Aufnahme und Verdunstung von Wasser leisten. Stichwort Dachbegrünung: Die bunten Inseln in luftiger Höhe verfügen über ein vielseitiges Leistungsspektrum. Sie verhindern nicht nur den schnellen Regenwasserabfluss und reduzieren damit die Abwassergebühren, sie verbessern auch die Wärmedämmung. Darüber hinaus verlängert die Dachbegrünung die Lebensdauer der Dachhaut, verschönert Häuser, Garagen und Carports und schafft zusätzlichen Lebensraum für Vögel und Insekten. In den Sommermonaten trägt sie außerdem zu einer erheblichen Verbesserung des Wohnklimas bei.

Regenwassernutzung: Regentonne rechnet sich
Die ebenso ökonomischen wie ökologischen Vorteile der Versickerung lassen sich aber durchaus noch erheblich steigern. Durch das Auffangen, Speichern und Nutzen von Niederschlagswasser beispielsweise wird der Trinkwasserverbrauch erheblich reduziert. Das rechnet sich bereits bei der klassischen Kombination aus Regenrinne und Regentonne, die den Garten mit weichem Gießwasser versorgt. Komplettsysteme, bestehend aus unterirdischem Speichertank (so genannte Zisterne), Filteranlage und Pumpsystem, versorgen sogar problemlos verbrauchsintensive Geräte wie Toilettenspülung (bis zu 30 Prozent Ersparnis) oder Waschmaschine.

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Quelle: BDB / aktion pro eigenheim
 
 
 
 

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