21.08.2025
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Gasheizung im Neubau: Hohe Brennstoffkosten durch Biogas

Biogastarife deutlich teurer als herkömmliches Gas

Zuletzt ist die Zahl der installierten Gasheizungen im Neubau deutlich zurückgegangen. Kein Wunder: Wer jetzt noch eine Gasheizung installiert, muss laut Gebäudeenergiegesetz (GEG) 65 Prozent erneuerbare Energien einsetzen, in diesem Fall also Biogas. Das ist aber deutlich teurer als herkömmliches Erdgas. Eine aktuelle Verivox-Analyse zeigt, dass die entsprechenden Tarife vergleichsweise teuer sind und zu hohen Brennstoffkosten führen.

Einfamilienhaus mit LuftwärmepumpeBild größer anzeigen

Eine Gasheizung im Neubau? Nicht empfehlenswert! Günstigere Heizkosten haben Bauherren zum Beispiel mit einer Luftwärmepumpe, am besten betrieben mit eigenem Solarstrom

Foto: Dimplex / BWP

Gastarife mit Biomethan sind deutlich teurer als konventionelle Erdgastarife. Eine Analyse des Vergleichsportals Verivox zeigt, dass Gastarife mit einem Biomethananteil von 65 Prozent durchschnittlich 15 Cent pro Kilowattstunde kosten. Damit liegen sie noch über den oft als teuer geltenden Grundversorgungstarifen für konventionelles Erdgas.

GEG-Pflicht führt zu wachsendem Angebot bei Biogastarifen

Da neue Gasheizungen im Neubau schon jetzt mit einem Biogastarif betrieben werden müssen, bieten immer mehr Gasversorger derartige Tarife an. Die Anzahl der Biogastarife bei Verivox hat sich innerhalb der letzten zwei Jahre beinahe verdoppelt. Im August 2023 wurden 189 Angebote für Haushalte gelistet, im August 2025 ist diese Zahl auf 326 Gastarife angewachsen. Besonders auffällig ist die große Zahl von Biogastarifen mit einem Biomethan-Anteil von 65 Prozent oder mehr. Mit den meisten dieser Tarife lassen sich die seit 2024 geltenden staatlichen Vorgaben für Gasheizungen im Neubau erfüllen.

Derzeit befinden sich 44 Gastarife von 29 Gasversorgern mit einem Biomethananteil von 65 Prozent oder mehr in der Verivox-Datenbank. Die allermeisten davon (42) entsprechen den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und erfüllen die Anforderungen zur Verwendung erneuerbarer Energien zum Heizen. Damit haben die Gasversorger auf die veränderten politischen Rahmenbedingungen reagiert und bieten nun in den meisten Fällen GEG-konforme Biogastarife an.

Hohe Heizkosten im Neubau durch Biogas
Die bei Verivox gelisteten Biogastarife mit einem Biomethananteil von 65 Prozent kosten im Durchschnitt etwa 15 Cent pro Kilowattstunde (brutto inklusive Grundpreis). Die Preisspanne der Angebote liegt zwischen 12 und 20 Cent pro Kilowattstunde. Damit sind die Tarife deutlich teurer als herkömmliche Erdgastarife, deren durchschnittlicher Haushaltspreis im August 2025 bei rund 11 Cent pro Kilowattstunde liegt. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Tarifgruppen groß. Im Grundversorgungstarif des örtlichen Versorgers kostet eine Kilowattstunde Gas im bundesweiten Durchschnitt rund 14 Cent. Die günstigsten Neukundenangebote mit Preisgarantie kosten im Bundesschnitt hingegen nur rund 9 Cent pro Kilowattstunde. 

--> Damit liegen Biogastarife mit einem Biomethan-Anteil von 65 Prozent mit durchschnittlich 15 Cent pro Kilowattstunde sogar noch über dem Preisniveau des örtlichen Grundversorgungstarifs, der üblicherweise die teuerste Art ist, Erdgas zu beziehen.

Fazit: Wer im Neubau auf eine reine Gasheizung mit Biogas-Anteil setzt, muss mit hohen Brennstoffkosten rechnen. Wer stattdessen eine Wärmepumpe einbaut, hat zwar höhere Anschaffungskosten, spart aber bei den Energiekosten. Noch mehr sparen können Bauherren, wenn sie eigenen Solarstrom für die Wärmepumpe nutzen.

Beispielrechnung neue Gasheizung im Neubau
Die Anschaffung einer reinen Gasheizung kostet rund 15.000 Euro, die Installation einer Wärmepumpe hingegen rund 30.000 Euro. Eine Gasheizung hat einen Jahresverbrauch von 12.000 kWh und verursacht mit einem durchschnittlichen Biogastarif und einem Biomethananteil von 65 Prozent (15 Cent pro kWh) jährliche Heizkosten von 1.800 Euro. Die Wärmepumpe benötigt für die gleiche Heizleistung 3.000 kWh Strom, was zu jährlichen Stromkosten von rund 800 Euro führt. Der Betrieb der Gasheizung ist damit jährlich 1.000 Euro teurer als der Betrieb der Wärmepumpe. Die höheren Anschaffungskosten von rund 15.000 Euro haben sich somit in rund 15 Jahren amortisiert. 

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Quelle: Verivox / aktion pro eigenheim
 
 
 
 

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