05.02.2020

Einnahmen durch Grunderwerbssteuer auf Rekordhoch

Hohe Nebenkosten-Belastung für Immobilienkäufer

Des einen Freud, des anderen Leid: Während Bauherren und Immobilienkäufer unter hohen Kosten ächzen, verzeichnen die Finanzminister der Länder ein hohes Plus auf dem Konto. Die Einnahmen der Länder durch die Grunderwerbssteuer sind 2019 auf einen neuen Rekordwert von 15,8 Milliarden Euro geklettert - ein Anstieg von rund 12,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Einnahmen Grunderwerbsteuer 2019Bild größer anzeigen

Teurer Immobilienkauf: Die Höhe der Kaufnebenkosten überschreitet die Schmerzgrenze vieler Familien

Foto: Bundesverband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW)

Unter den Ländern ist Berlin mit einem Anstieg von 37 Prozent Spitzenreiter. Bundesweit haben sich die Einnahmen durch die Grunderwerbssteuer seit 2010 verdreifacht. Die Steuer fällt beim Immobilienkauf an und wird seit 2006 durch die einzelnen Bundesländer festgelegt. Seitdem wurde sie von den Ländern insgesamt 27 Mal erhöht. Einzig Bayern und Sachsen machen nicht mit bei der Preisspirale - hier liegt die Grunderwerbsteuer seit Jahren unverändert bei 3,5 Prozent. Dagegen werden in Ländern wie Brandenburg, NRW, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen 6,5 Prozent fällig.

Baukindergeld kann steigende Kosten kaum ausgleichen
Auch das Baukindergeld werde mit der steigenden Grunderwerbssteuer ad absurdum geführt, kritisiert Andreas Ibel vom Bundesverband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen: „Was der Bund dem Bürger in die linke Tasche steckt, ziehen ihm die Länder wieder aus der rechten Tasche raus. Mit dem Steuerwettlauf bei der Grunderwerbssteuer konterkariert die Politik ihr eigenes Ziel, den Erwerb von Eigentum und somit einer Altersvorsorge zu fördern.“

Schmerzgrenze bei Nebenkosten längst erreicht
Neben der Grunderwerbssteuer müssen Immobilienkäufer Notarkosten von zwei Prozent und Maklergebühren von bis zu 7,14 Prozent zahlen. Insgesamt können so beim Kaufpreis einer Immobilie von 500.000 Euro zusätzliche Nebenkosten von 80.000 Euro entstehen. Da ist bei vielen Familien die Schmerzgrenze schon längst erreicht, denn die Kaufnebenkosten können nicht über einen Kredit finanziert werden.

Experten fordern bundesweit einheitlichen Satz oder Freibetrag bei Grunderwerbsteuer
Viele Experten fordern, dass die Grunderwerbssteuer endlich wieder bundesweit auf ein investitionsfreundliches Niveau gesenkt wird, damit mehr bezahlbarer Wohnraum möglich ist! Mehrfach im Gespräch war auch schon ein Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer für Familien. Von solchen Entlastungen können Bauherren und Immobilienkäufer aber derzeit weiter nur träumen. 

 
 
 
Quelle: BFW Bund / aktion pro eigenheim
 
 
 
 

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