Redaktions-Tipp

Bauschadenbericht: Weiter viele Bauschäden im Neubau

Baubegleitende Qualitätskontrolle wichtiger denn je

Wie ist es um die Bauqualität bei Neubauten bestellt? Der neue Bauschadenbericht des Bauherren-Schutzbundes wirft einen Blick darauf und nimmt den Zeitraum von 2002 bis 2022 unter die Lupe. Das Ergebnis: Trotz leicht sinkender Schadenszahlen zeigen Schadenstellen und Schadenbilder, dass immer häufiger mehrere Bauteile betroffen sind.

Schadenbilder Neubau 2022Bild größer anzeigen

Schadenbilder im Neubau: Der Hausbau wird immer komplexer, immer häufiger sind mehrere Bauteile von Schäden betroffen

Foto: Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB)
Schadenursachen Neubau 2022Bild größer anzeigen

Ein Großteil der Bauschäden im Neubau geht auf eine unzureichende Planung, Bauleitung und Bauüberwachung zurück

Foto: Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB)

Der Bauschadenbericht  - genauer gesagt die "Analyse der Entwicklung der Bauschäden und der Bauschadenkosten" - erscheint zum dritten Mal nach 2015 und 2018. In Auftrag gegeben hat die Untersuchung der Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) beim Institut für Bauforschung (IfB). Der Bericht wertet mehr als 8.000 Versicherungsfälle der AIA AG aus und ermittelt für den Zeitraum 2002 bis 2022 die Anzahl und Kosten von Bauschäden, Schadenstellen und Schadenursachen beim Neubau von Wohngebäuden.

Entwicklung der Schadenstellen und Schadenbilder
Fast zwei Drittel der Schadenstellen verteilen sich auf die klassischen Bereiche. Hierzu zählen vor allem mehrere Bauteile der Konstruktion: das Dach, die Geschossdecken sowie Fußböden und Wände. Bei den Schadenbildern zeigt sich: 80 Prozent der untersuchten Fälle weisen auf wenige typische Ausprägungen hin, wie z.B. Feuchteschäden, nicht vorschriftsmäßig erbrachte Leistungen oder Rissbildungen.

Sowohl die Schadenstellen als auch die Schadenbilder belegen, dass immer häufiger mehrere Bauteile betroffen sind, dass mehrere Mängel gleichzeitig gemeldet werden, oder dass eine Zuordnung zum Zeitpunkt der Meldung noch gar nicht möglich ist. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie komplex der Hausbau geworden ist und wie sensibel die Gebäude auf Baufehler regieren. Komplizierte Arbeiten, wie die Gebäudedämmung inklusive aller Anschlüsse an Fenster und Türen stellen höchste Ansprüche an die genaue Planung, Ausführung und Kontrolle der Bautätigkeit.

Entwicklung der Schadenursachen
Der Bauschadenbericht stellt fest, dass fast 85 Prozent der untersuchten Schäden auf eine unzureichende Planung, Bauleitung und Bauüberwachung zurückzuführen sind. Das zeigt, dass eine unabhängige Baukontrolle bei zunehmender Komplexität des Bauens immer wichtiger wird. Hierbei überprüfen qualifizierte Sachverständige im Auftrag des Bauherren die Vertragsinhalte samt Planung und kontrollieren die Bauausführung ergänzend zur üblichen Bauleitung. Das Mangel- und Schadenrisiko sinkt dadurch erheblich.

Entwicklung der Bauschadenkosten
Die Entwicklung der Bauschadenkosten hat im Zeitraum von 2002 bis 2016 stetig zugenommen. Seitdem ist ein Rückgang um nahezu 50 Prozent zu verzeichnen. Die Zahlen können jedoch noch nicht abschließend betrachtet werden. Denn die Schadenkosten werden aufgrund gestiegener Material- und Lohnkosten und durch den aktuell sehr hohen Anteil offener Schäden und Nachmeldungen noch deutlich zunehmen, so die Vermutung der Verbraucherschützer. Gerade komplexe Schäden, die nicht kurzfristig bestimmt werden können, weisen hohe Schadensummen auf.

Die komplette Untersuchung "Entwicklung der Bauschäden und Bauschadenkosten – Update 2022" finden Sie hier.

 
 
 
Quelle: Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB)
 
 
 
 

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