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Was ist eigentlich ein Tiny House?

Nachhaltig wohnen auf wenig Raum

Längst sind kleine Tiny Houses auch in Deutschland bekannt und beliebt! Der Trend zum Kompakthaus passt perfekt zu Bestrebungen nach mehr Nachhaltigkeit: wenig Platz verbrauchen, wenig Boden versiegeln, viel Raum für Grün drumherum. Die Kleinsthäuser sind in der Regel auf Trailer aufgebaut und damit mobil. Doch was so klein und unkompliziert klingt, kann dennoch Planungsaufwand bedeuten. Die wichtigsten Tipps zum Tiny House.

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Nachhaltig und kompakt: Tiny Houses sind in der Regel auf Trailer aufgebaut und damit mobil

Foto: aktion pro eigenheim
Tiny House mit HolzschindelnBild größer anzeigen

So individuell wie ihre Bewohner sehen auch die Tiny Houses aus. Wer über den Kauf oder Bau nachdenkt, kann sich auf einer Messe oder beim Hersteller mit dem Raumgefühl vertraut machen

Foto: aktion pro eigenheim

Bezahlbarer Wohnraum ist knapp und Alternativen sind gefragt. Vor allem junge Leute und moderne Arbeitsnomaden begeistern sich zunehmend für Mini- oder Mikrohäuser. Unter dem Begriff "Tiny House" kommt die Idee aus Amerika. Die flexiblen Minihäuser machen den Ortswechsel dort jederzeit schnell und preisgünstig möglich; das Tiny House rollt entweder selbst zum neuen Standort oder es wird verladen.

Merkmale eines Tiny Houses
Neben der Mobilität vieler Minihäuser ist vor allem das beschränkte Platzangebot charakteristisch. 15 Quadratmeter Wohnraum stehen im Schnitt zur Verfügung - vorgegeben durch die Maße und Möglichkeiten auf einem Trailer. Der Wohnbereich mit Kochnische,  Dusche und Toilette sowie Schlafplatz werden auf kleinstem Raum kompakt und dennoch wohnlich organisiert. Wer sich dagegen für ein fest stehendes Minihaus entscheidet, ist bei den Quadratmetern weniger eingeschränkt.

Auflagen für ein Tiny House in Deutschland

1. Mobiles Tiny House wird wie Wohnwagen behandelt

Die Gesetze in Deutschland unterscheiden klar zwischen Häusern und Fahrzeugen. Für beide gelten Auflagen. Hat ein Tiny House Räder und soll auf die Straße, ist es ein Wohnwagen und muss für den Straßenverkehr zugelassen sein. Campingwagen haben normalerweise serielle Zulassungen. Alle Extras müssen individuell beantragt und nachgenehmigt werden. Das gilt auch für Tiny Houses auf Rädern, die ja in der Regel individuelle Einzelanfertigungen sind. Bekommen die Besitzer die Zulassung, müssen die rollenden Kleinhäuser wie Wohnwagen angemeldet, versichert, versteuert und regelmäßig technisch kontrolliert werden.

2. Fest auf Grundstück stehendes Tiny House muss wie Wohnhaus genehmigt werden

Steht das Tiny House auf Dauer auf einem Grundstück, muss es dort genehmigt werden wie jedes normale Wohnhaus. Dann spricht man in der Regel von einem Mikrohaus, Minihaus, Kompakthaus oder auch Singlehaus. Dann greifen verschiedene Vorschriften: Zunächst die Landesbauordnung, die bestimmte Forderungen an Wohnraum stellt, wie etwa Dusche, WC, ausreichend Raumhöhe, zweiter Rettungsweg. Dazu kommen noch kommunale Vorgaben, allen voran der Bebauungsplan. Darin werden zum Beispiel die Hausgrößen festgelegt; manches Tiny House dürfte zu klein sein, um überhaupt genehmigt zu werden. Außerdem müssen Wohnhäuser an Wasser- und Abwasserkanal sowie ans Stromnetz angeschlossen werden. Das ist Pflicht. Für das Grundstück fallen Grundbesitzabgaben und Straßenbeiträge an, oder zumindest Pachtzahlung. Wer ein festes Haus besitzt, hat Verkehrssicherungspflichten und sollte deshalb auch eine Haftpflichtversicherung haben. Ein Haus sollte auch gegen Brand und Unwetter versichert sein.

Tiny House am einfachsten auf Freizeitgrundstück zu realisieren
Die besten Chancen auf eine Realisierung haben Tiny House-Bauherren vermutlich auf einem Freizeitgrundstück, das nicht für Dauerwohnraum vorgesehen ist. Wer sein Tiny House zum Beispiel nicht auf Dauer bewohnt, sondern nur weniger als vier Monate im Jahr, muss die Vorschriften der Energieeinsparverordnung nicht einhalten. Schwierigkeit hier: Ob die Satzung im Kleingarten aber neben Lauben auch die Aufstellung des Tiny Houses zulässt und wie es mit der Akzeptanz in der Anlage bestellt ist, ist individuell verschieden.

Sonderform vorgefertigte Module

Auch die Baubranche hat sich auf Minihäuser eingerichtet und bietet vorfabrizierte Module an. Diese teils recht exklusiven und entsprechend teuren Container eignen sich für kleine Grundstücke oder werden als Anbau und Erweiterung für bestehende Gebäude genutzt. Sie haben zwar keine Räder, lassen sich aber auf einem Tieflader transportieren. Allerdings müssen die Häuser an jedem Standort immer wieder aufs Neue genehmigt werden, mit Bauleitung, Planung, Baugenehmigung, Gründung und Anschlüssen. Das ist keine kostengünstige Wohnlösung für Menschen, die oft umziehen.

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Quelle: VPB / aktion pro eigenheim
 
 
 
 

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