Redaktions-Tipp

Effizienzhaus NH-Klasse: Nachhaltigkeits-Kriterien sind Pflicht

Nachhaltiges Bauen bringt 5 Prozent mehr Förderung

Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wird erstmals der nachhaltige Hausbau gefördert: Neben den bekannten Effizienzhäusern gibt es zusätzlich die Nachhaltigkeitsklassen (NH-Klasse). Der erforderliche Nachweis für die Förderung erfolgt über das gebäudebezogene "Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude" (QNG). Doch was sind die Kriterien, die ein Haus für die zusätzliche Förderung erfüllen muss? Ein Überblick.

Modernes Einfamilienhaus mit SolaranlageBild größer anzeigen

Flächenverbrauch, Recycling-Möglichkeiten, Barrierefreiheit, Wohnkomfort im Sommer - für das "Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude" (QNG) kommt alles auf den Prüfstand

Foto: aktion pro eigenheim

Das "Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude" ist ein staatliches Qualitätssiegel für Gebäude. Voraussetzung für die Vergabe ist, dass beim Hausbau allgemeine und besondere Anforderungen an die ökologische, soziokulturelle und ökonomische Qualität von Gebäuden erfüllt werden.

In der Effizienzhaus NH-Klasse (Nachhaltigkeits-Klasse) ist eine besonders hohe Förderung möglich: Hier beträgt der mögliche Kreditbetrag 150.000 Euro und der (Tilgungs)Zuschuss ist jeweils 2,5 Prozent höher als in der klassischen Effizienzhaus-Variante.
Effizienzhaus 40 NH-Klasse --> 22,5 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / geförderte Kosten --> maximal 33.750 Euro (Tilgungs)Zuschuss
Effizienzhaus 55 NH-Klasse --> 17,5 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / geförderte Kosten --> maximal 26.250 Euro (Tilgungs)Zuschuss

Das sind die relevanten Nachhaltigkeits-Kriterien:


Flächeninanspruchnahme: Reduzierung des Flächenverbrauchs, Vermeidung der Zersiedelung der Landschaft, Geringhaltung zusätzlicher Bodenversiegelung und Ausschöpfung von Entsiegelungspotenzialen
Ressourceninanspruchnahme und Wirkungen auf die globale Umwelt: Schonung natürlicher Ressourcen und der Begrenzung negativer Wirkungen auf die Umwelt
Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Möglichkeit zur Anpassung an sich ändernde Nutzerbedürfnisse und Nutzungsbedingungen

Trinkwasserbedarf in der Nutzungsphase: Bewertung des Wasserbedarfs eines Gebäudes in der Nutzungsphase mit dem Ziel der Schonung natürlicher Ressourcen
Rückbau-und Recyclingfreundlichkeit: langlebiges und anpassbares Bauwerk mit dem Ziel geschlossener bzw. verlangsamter Stoffkreisläufe
Risiken für Gesundheit und Umwelt: Ausschluss bzw. Begrenzung von Baustoffen, die aufgrund ihres Schadstoffgehalts oder Schadstofffreisetzungen ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Außenluft darstellen sowie gesundheitliche Beeinträchtigungen Handwerker, Nutzer und Besucher sowie Anwohner oder Belastungen der Innenraumluft verursachen können

Barrierefreiheit: Barrierefreiheit auf dem Grundstück, bei den Zugängen zum Gebäude, in den öffentlichen Verkehrsflächen sowie ausgewählten Nutzungsbereichen mit dem Ziel der Gewährleistung einer unabhängigen Lebensführung und der vollen Teilhabe in allen Lebensbereichen für Menschen mit Einschränkungen
Schaffung von Voraussetzungen für Bewirtschaftung: Voraussetzungen für eine optimale Nutzung und Bewirtschaftung, z.B. über Wartungs- und Instandhaltungsplan
Flächeneffizienz: Bewertung der Qualität der Grundrisslösung im Hinblick auf die effiziente Nutzung bebauter Flächen

Erfüllung von Nutzeranforderungen: Sicherstellung einer hohen Nutzerzufriedenheit
Thermischer Komfort:  Sommerlicher Wärmeschutz mit dem Ziel der Sicherung von Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Nutzerzufriedenheit.
Visueller Komfort: Versorgung mit Tageslicht und Kunstlicht sowie Sichtbeziehungen
Schallschutz: Schutz vor den unerwünschten Wirkungen von Schall, Sicherung von Gesundheit sowie Privatheit und Vertraulichkeit

Nachhaltige Beschaffung: Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards in den Lieferketten, Einhaltung von Menschenrechten sowie des Arbeits- und Umweltschutzes sowie der Schonung natürlichen Ressourcen. Mindestens 50 Prozent der verbauten Hölzer, Holzprodukte und / oder Holzwerkstoffe müssen nachweislich aus nachhaltiger Forstwirtschaft (PEFC, FSC) stammen.
Lebenszykluskosten: Wirtschaftlicher Umgang mit finanziellen Ressourcen
Qualität der Projektvorbereitung: Ermittlung der Bedürfnisse von Bauherren und Nutzern
Qualitätskontrolle der Bauausführung: Durchführung von Prüf- und Messverfahren zur Bestätigung des Erreichens von Planungszielen und Feststellung der Mangelfreiheit des Gebäudes

 
 
 
Quelle: aktion pro eigenheim / Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI)
 
 
 
 

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