Prospekt von KS Original: Schallschutz mit Kalksandstein - aktion pro eigenheim

7 KALKSANDSTEIN – Schallschutz sicher geplant – einfach ausgeführt Erhöhter Schallschutz Ein über das ohnehin geschuldete Maß (Schallschutz nach DIN 4109-1) hinausgehender erhöhter Schallschutz ist ein we- sentliches Qualitäts- und Komfortmerkmal. Da der Begriff „er- höhter Schallschutz“ in verschiedenen Regelwerken ([8], [9], [10], [11], [12]) mit unterschiedlichen Zahlenwerten verbunden ist, sind klare Vereinbarungen über den geschuldeten Schall- schutz dringend zu empfehlen. Der erhöhte Schallschutz liegt nach allgemeiner Erkenntnis vor, wenn eine deutlich wahrnehmbare Verbesserung gegenüber dem Schallschutz nach DIN 4109-1 vorhanden ist. Bei einscha- ligen Wänden ist daher eine Erhöhung des Anforderungswertes nach DIN 4109-1 um mindestens 3 dB und bei zweischaligen Wänden um mindestens 5 dB erforderlich. Tafel 3 enthält Lösungsvorschläge zur Erfüllung der Anforde- rungen an den erhöhten Schallschutz. INFO Erhöhter Schallschutz kann auch durch die Vereinbarung be- stimmter Bauweisen bzw. Baukonstruktionen vereinbart sein. Der Bundesgerichtshof (BGH) führt im Urteil vom 14.06.2007 (VII ZR 45/06) hierzu aus: „Können durch die vereinbarte Bau- weise bei einwandfreier, den anerkannten Regeln der Technik hinsichtlich der Bauausführung entsprechender Ausführung höhere Schallschutzwerte erreicht werden, als sie sich aus den Anforderungen der DIN 4109 [Anmerkung: oder anderen Re- gelwerken] ergeben, sind diese Werte unabhängig davon ge- schuldet, welche Bedeutung den Schalldämm-Maßen der DIN 4109 sonst zukommt.“ [7] 2. Nutzererwartung und Schallschutznormung Die Nutzererwartung bezüglich des Schallschutzes entspricht zumeist nicht dem bauaufsichtlich geschuldeten und häufig ver- traglich vereinbarten Niveau. Eine mangelnde Aufklärung der Bauherren über die Diskrepanz zwischen seinem Wunsch und bauaufsichtlich geschuldetem Mindeststandard führt zu einer Vielzahl an Baustreitigkeiten über das sensible Thema Lärm- und Schallschutz. Der Schallschutz ist eine wesentliche Planungsaufgabe. Es ist wichtig, die Aspekte des Schallschutzes bereits während der Planungsphase zu beachten und sowohl die Grundrisse als auch die Konstruktionen dahingehend zu optimieren. INFO Ein guter Schallschutz stellt sich nicht automatisch ein, son- dern ist bewusst zu planen. Guter Schallschutz ist nicht nachrüstbar! Erhöhte Anforderun- gen an den Schallschutz einzelner oder aller Bauteile sind kon- kret zwischen Bauherren und Entwurfsverfasser zu vereinbaren. Entscheidend für die Wahrnehmung der Lärmbelästigung ist der Grundgeräuschpegel. Je geringer der Grundgeräuschpegel, desto besser ist die Sprachverständlichkeit. Tafel 1 zeigt diesen Zu- sammenhang. Somit kann ein niedrigerer Grundgeräuschpegel zu einer höheren Anforderung an das Schalldämm-Maß führen. 2.1 Mindestanforderungen nach DIN 4109-1 Die Nutzererwartung an den Schallschutz in Wohngebäuden liegt zumeist über dem bauaufsichtlich geschuldeten Mindest- schallschutz gemäß DIN 4109. Laut Urteil des Bundesgerichts- hofs sind „die Schalldämm-Maße der DIN 4109 von vornherein nicht geeignet, als anerkannte Regeln der Technik zu gelten“ [7]. Sie dienen lediglich der Festlegung eines Schallschutz-Niveaus zum Schutz gegen unzumutbare Belästigungen, legen also kei- nen Schallschutz fest, der für Wohnungen mit üblichem Qua- litäts- und Komfortstandard angewendet werden kann. Privat- rechtlich ist demzufolge ein höheres Niveau geschuldet, vgl. [6], [7]. Anhaltspunkte für die Vereinbarung eines über DIN 4109 hinausgehenden erhöhten Schallschutzes können gemäß [7] die Regelwerke VDI 4100:2007-08 oder das Beiblatt 2 der DIN 4109 liefern. In Ergänzung zu oben genannten Gerichtsurteilen wird im DEGA-Memorandum folgende Auffassung zur anerkannten Re- gel der Technik geäußert: „Die zunehmend unter wärmetechnischen Aspekten dimensio- nierten Außenbauteile haben sich auf den Schallschutz zwischen Wohnungen nur teilweise positiv ausgewirkt. Mit den gegenwär- tig auch üblichen Bauweisen mit leichten, massiven Außen- und Innenwandkonstruktionen als flankierende Bauteile sind in der Regel keine besseren Werte für die Luftschalldämmung von Wän- den/Decken zwischen Wohnungen und Arbeitsräumen in Mehr- familienhäusern erreichbar, als in dem Normblatt DIN 4109, Aus- gabe 1989 mit R‘ w  53/54 dB mindestens gefordert.“ [8] Bei Gebäuden mit funktionsgetrennten KS-Außenwandkon- struktionen und massiven KS-Innenwänden liegt die aner- kannte Regel der Technik (im Sinne des DEGA-Memorandums: DIN 4109-1) jedoch höher.

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