Prospekt von KS Original: Schallschutz mit Kalksandstein - aktion pro eigenheim

23 KALKSANDSTEIN – Schallschutz sicher geplant – einfach ausgeführt Wird das Mauerwerk sichtbar belassen, sind die Stoßfugen auch bei Nut-Feder-Systemen sorgfältig zu vermörteln. Falls diese Vermörtelung nicht erfolgt, muss – zumindest einsei- tig – eine dichtende, geschlossene Schicht (z.B. Putz) aufge- bracht werden. Wird bei einer schalltechnisch undichten Rohbauwand ein Wand-Trockenputz durch Einbau von Gipskartonplatten mit ein- zelnen Gipsbatzen oder -streifen an der Wand befestigt, ist mit einer Verringerung der Schalldämmung gegenüber nass ver- putzten Wänden zu rechnen. Bei Verwendung von Trockenput- zen muss die Wand schalltechnisch dicht sein bzw. vor dem Aufbringen des Trockenputzes z.B. durch Zuspachteln der Fu- gen abgedichtet werden. Darüber hinaus ist bei Trockenputz mit Gipsbatzen o.Ä. trotzdem mit Verschlechterungen zu rech- nen. Vollflächig angesetzter Trockenputz auf schalltechnisch abgedichteten Wänden ist dagegen problemloser. 5.1.2 Allgemeine Hinweise zur Ausführung der Anschluss­ details Die flankierende Schallübertragung kann einen dominierenden Einfluss auf das Schalldämm-Maß einer Übertragungssituation haben (siehe Abschnitt 3.1.2). Deshalb kommt der schalltech- nisch günstigen Planung und Ausführung der Anschlussdetails zwischen Trennbauteil und Flanken eine zentrale Rolle bei der Realisierung eines hochwertigen Schallschutzes zu. Stoßstellen zwischen Mauerwerkswänden können im Verband gemauert, stumpf gestoßen oder durchgeführt werden (Bild 21). Angesichts der deutlich schnelleren Bauausführung, stellen heute der Stumpfstoß oder die „durchgeführte“ Trennwand (je- weils unter Verwendung von Stumpfstoßankern) die Regel dar. Durch zusätzlich eingebaute Trennschichten wie z.B. Kork-, Mi- neralfaser- oder Bitumenfilzstreifen können Stoßstellen auch planmäßig akustisch entkoppelt werden. Welche der beschrie- benen Stoßstellenausbildungen aus schallschutztechnischer Sicht am geeignetsten ist, hängt von den anzuschließenden Bauteilen (Außen-, Innenwände etc.), von der Höhe des ge- planten Schallschutzniveaus sowie von weiteren Faktoren ab. Nachfolgend werden die für die üblicherweise auftretenden Mauerwerksstoßstellen günstigsten Lösungen erörtert sowie Empfehlungen zur Ausbildung der Stoßstellen zwischen Mau- erwerk und anderen Konstruktionen (Stahlbetongeschossde- cken, Dächer etc.) gegeben. Wie die unterschiedlichen Stoßstellenausbildungen im KS-Schallschutzrechner modelliert werden, ist in Tafel 8 ab- gebildet. 5.1.3 Anschluss zwischen Wohnungstrennwand und Außen- wand Seit Einführung der Stumpfstoßtechnik stellt die Ausführung des Anschlusses zwischen Wohnungstrennwand und Außen- wand als Stumpfstoß gemäß Bild 21b die Regel dar. Dabei variiert die Dicke der Anschlussfugen zwischen nahezu 0 cm (ohne Mörtel) bis zu ca. 2 cm. Schwindet der eingebrachte Nor- malmauermörtel so stark, dass sich klar erkennbare Abrisse zeigen (Bild 22), löst dies den starren Stoß, wodurch sich das akustische Verhalten der Stoßstelle einer planmäßigen Ent- Bild 22: Wohnungstrennwand an Außenwand mit beidseitig gelöster Mörtelfuge KS-Außenwand KS-Wohnungstrennwand kopplung nähert. Dies wirkt sich in schalltechnischer Hinsicht negativ aus und verschlechtert die Stoßstellendämmung. Deshalb ist ein „Durchführen“ der Wohnungstrennwand durch die Außenwand gemäß Bild 21c die schalltechnisch bessere Variante. Bei dieser Ausführung verbessert sich die Stoßstel- lendämmung gegenüber dem starren Stoß, wenn es zu einem Abriss im Fugenbereich kommt. Die durchgeführte Wohnungs- trennwand liegt somit schalltechnisch auf der sicheren Seite und an die Ausführungsqualität der beiden Fugen zwischen Au- ßenwand und Wohnungstrennwand sind keine besonderen An- forderungen zu stellen. Sind in der Nähe der Trennwand raumhohe Fenster angeord- net und liegt aufgrund dessen nur eine vergleichsweise ge- ringe Flankenfläche der Außenwand vor, ist die flankierende Schallübertragung bereits hierdurch begrenzt. Wenn die Außen- wandlänge vor dem Trennbauteil kleiner als 1,25 m ist, kann deshalb auf ein Durchführen der Trennwand verzichtet werden (Bild 23). Dies wirkt sich zudem positiv auf die Tragfähigkeit der Außenwand aus. Läuft die Wohnungstrennwand bis zur Außenkante durch das Außenbauteil durch, kann die Flankenschalldämmung durch ei- ne planmäßige Entkopplung weiter erhöht werden. Hierzu ist allerdings eine vollständige schalltechnische Entkopplung not- wendig, d.h. die Fuge muss vollständig mit geeigneten Ent- kopplungsstreifen (s.o.) ausgefüllt sein, es dürfen keine Mör- telbrücken auftreten, und der Putz ist im Eckbereich mit einem Kellenschnitt vollständig zu trennen (Bild 24). Es wird deutlich, dass die planmäßige Entkopplung mit einer größeren Anfällig- keit für Ausführungsfehler behaftet ist als nicht entkoppelte Anschlüsse. Kommt diese Stoßstellenausbildung zum Einsatz und wird sie rechnerisch in Ansatz gebracht, ist die Bauaus- führung mit großer Sorgfalt durchzuführen und anschließend durch den Fachplaner zu überprüfen.

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