Prospekt von KS Original: Schallschutz mit Kalksandstein - aktion pro eigenheim

12 KALKSANDSTEIN – Schallschutz sicher geplant – einfach ausgeführt 3.1 Schallschutznachweis in Mehrfamilienhäusern Die aktuelle Schallschutznorm DIN 4109-2:2018 [15] über- nimmt für die Berechnung des Luftschallschutzes das europä- isch harmonisierte Verfahren nach DIN EN 12354-1, welches systematisch alle an der Schallübertragung beteiligten Wege berücksichtigt. Dieses Verfahren entspricht der allgemein aner- kannten Regel der Technik und ist bereits seit dem Jahr 2002 mit dem KS-Schallschutzrechner einfach anwendbar. Das veraltete Verfahren gemäß DIN 4109 Beiblatt 1, welches gemäß Musterverwaltungsvorschrift Technische Baubestim- mungen (MVV TB) nach wie vor im Massivbau angewendet wer- den darf, führt in verschiedenen Bereichen zu drastischen Fehl­ einschätzungen! Wesentliche Einflussfaktoren werden, wie in Tafel 6 dargestellt, außer Acht gelassen. Die im Rahmen des aktuellen Nachweisverfahrens nach DIN 4109-2 berücksichtigten Einflussparameter auf den resul- tierenden Schallschutz werden nachfolgend näher betrachtet. Darüber hinaus erfolgt eine Erläuterung des Berechnungsver- fahrens der DIN 4109-2:2018. Die Anwendung des Rechen- verfahrens mit dem „KS-Schallschutzrechner“ wird vorgestellt und Kriterien zur Wahl der maßgeblichen Übertragungssitua- tion aufgestellt. 3.1.1 Höhere Genauigkeit durch neue Rechenverfahren Das Rechenverfahren nach DIN EN 12354-1 bzw. DIN 4109-2 zur Prognose des Luftschallschutzes zwischen Wohnungen be- rücksichtigt systematisch alle Schallübertragungswege, deren Beiträge zur gesamten Schallübertragung zusammengefasst werden (Bild 8). Bild 8 zeigt zudem, dass sich eine Übertragungssituation im Standardfall aus insgesamt 13 Übertragungswegen zusam- mensetzt. Zwölf dieser Wege sind Flanken-Übertragungswege. Das Rechenverfahren nach DIN 4109-2 gilt zunächst für umlau- fend starr angeschlossene Trennbauteile, wie sie im Massivbau üblich sind. Die Entkopplung einschaliger Bauteile gegenüber 3. Rechnerischer Nachweis mit dem KS-Schallschutzrechner DIN 4109 Bbl. 1 DIN 4109-2 Masse des Trennbauteils m‘ 4 4 Masse der Flanken m‘ Pauschal 4 Trennbauteilfläche S s – 4 1) Kantenlängen der Flanken l f – 4 Flankenfläche A f – 4 Anbindung der Flanken – 4 Kreuz- oder T-Stoß – 4 Elastische Entkopplung – 4 Vorsatzschale auf Flanken Pauschal 4 Ungünstige Lochung – 4 1) Bei gemeinsamen Trennflächen < 10 m 2 wird die Anforderung in DIN 4109:2016 an D n,w gestellt. Tafel 6 Im Rechenmodell berücksichtigte Einflussparameter 1-mal Dd 4-mal (von jedem flankierenden Bauteil im SR) 4-mal (von jedem flankierenden Bauteil im SR und ER) 4-mal (von jedem flankierenden Bauteil im ER) Fd Ff Df Abstrahlung vom Trennbauteil insgesamt 13 Wege Abstrahlung von flankierenden Bauteilen SR: Senderaum, ER: Empfangsraum a) b) Bild 8 Schallübertragungswege: a) Zu berücksichtigende Schallübertragungswege beim Nachweis nach DIN 4109-2; b) Direkte und flankierende Schallübertragungswege zwischen zwei Räumen 1 SR ER Df Ff Fd Dd SR: Senderaum, ER: Empfangsraum Bezeichnung der Übertragungswege: D und d: direkte Übertragung über das Trennbauteil F und f: flankierende Übertragung über die Flankenbauteile den angrenzenden Bauteilen führt zu einer verminderten Ener- gieübertragung an den Bauteilrändern, zu einem veränderten Schwingungsverhalten des Trennbauteils und damit zu einer Er- höhung der Schallenergie auf dem Bauteil selbst. Dadurch wird seine Direktdämmung vermindert. Andererseits kann durch die Entkopplung die Flankendämmung erhöht werden. Die zusätzliche Berücksichtigung der Stoßstelleneigenschaf- ten sorgt für eine exaktere Prognose der bauakustischen Ei- genschaften eines Gebäudes und liefert der schalltechnischen Planung neue Ansätze zur Optimierung.

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