Prospekt von KS Original: Schallschutz mit Kalksandstein - aktion pro eigenheim

10 KALKSANDSTEIN – Schallschutz sicher geplant – einfach ausgeführt 2.3 Probleme aktueller Regelwerke zum Schallschutz DIN 4109-1 legt – wie bereits beschrieben – ausschließlich bauaufsichtlich geschuldete Anforderungen an den baulichen Schallschutz fest. Dies hat sich auch in der aktuellen Schall- schutznorm nicht geändert und wird in DIN 4109-1 dadurch unterstrichen, dass der Titel „Schallschutz im Hochbau, Teil 1 – Mindestanforderungen“ lautet. Demzufolge entsprechen die Anforderungen in DIN 4109-1 für den Wohnungsbau weiterhin nicht den anerkannten Regeln der Technik. Zur privatrechtli- chen Vereinbarung eines Schalldämm-Niveaus ist DIN 4109-1 deshalb in der Regel weiterhin ungeeignet. Lediglich für beson- ders kostengünstige Wohngebäude sind gesonderte Vereinba- rungen auf Basis der DIN 4109-1 möglich. Mit dem neu herausgegebenen Teil 5 zu DIN 4109 ist es nun nach vielen Jahren gelungen, für den Anwendungsbereich der Mehrfamilienhäuser ein sinnvolles Niveau normativ festzule- gen, welches sich bei der Luftschalldämmung durch die wahr- nehmbare Differenz von 3 dB zum Mindestschallschutz für die rechtssichere Vereinbarung des Schallschutzes eignet. Diese Festlegung deckt sich mit der bereits seit vielen Jahren ausge- sprochenen Empfehlung der Kalksandsteinindustrie. Dem stehen allerdings die gegenüber DIN 4109 Beiblatt 2 re- duzierten Anforderungen für die Luftschalldämmung zwischen Reihen- und Doppelhäusern sowie die fehlenden Angaben zum Schallschutz innerhalb des eigenen Wohnbereichs gegenüber. Aufgrund dieser Defizite wird empfohlen DIN 4109-5 nicht unre- flektiert und ohne ergänzende Überlegungen bzw. Festlegungen für die vertragliche Vereinbarung des Schallschutzes heranzu- ziehen. VDI 4100:2012 spricht indes Empfehlungen aus, bei denen bereits die als „durchschnittlich“ gekennzeichnete SSt II in al- ler Regel nicht mit im Wohnungsbau üblichen Konstruktionen realisiert werden kann – selbst wenn ausschließlich schwere Bauteile mit hohen Rohdichten gewählt werden. Sie ist daher nicht uneingeschränkt anwendbar. INFO Keines der zuvor vorgestellten Regelwerke definiert umfänglich für alle relevanten Bereiche einen erhöhten Schallschutz, der für eine rechtssichere Vereinbarung geeignet ist. Nachfolgend werden für Gebäude aus Kalksandstein Empfeh- lungen gegeben, die für die privatrechtliche Vereinbarung des Schallschutzes herangezogen werden können. Diese Empfeh- lungen weisen gegenüber den zuvor beschriebenen Regelwer- ken den Vorteil auf, dass Sie die Leistungsfähigkeit der kon- kreten Bauweise widerspiegeln (vgl. auch [6]) und hierdurch eine möglichst hohe Rechtssicherheit bieten. 2.4 Empfehlungen der Kalksandsteinindustrie Die öffentlich-rechtlich geschuldete Schallschutzanforderung ist die Anforderung gemäß DIN 4109-1. Dieses Niveau ist in jedem Fall geschuldet und kann als „untere Auffangregel“ verstanden werden. In aller Regel ist für den Schallschutz zwischen Wohn­ Der DEGA-Schallschutzausweis nimmt im Gegensatz zu den zu- vor beschriebenen Regelwerken bewusst keine Differenzierung zwischen Mehrfamilienhäusern (Geschosswohnungsbau) und Reihen- bzw. Doppelhäusern vor, sondern beschreibt mit seinen Klassen E bis A* das gesamte mögliche Spektrum bauakus- tischer Qualitäten von der Altbauwohnung im Mehrfamilienhaus bis hin zur hochwertigen Doppelhaushälfte. Diese Unterschei- dung spielt jedoch im Rahmen der Rechtsprechung in Deutsch- land bei der Beantwortung der Frage nach einem geschuldeten Schallschutz immer eine entscheidende Rolle. Daher wird emp- fohlen, die Festlegungen im DEGA-Schallschutzausweis nicht für die privatrechtliche Vereinbarung eines Schallschutzniveaus heranzuziehen. 2.2.4 DEGA-Memorandum BR 0104: Schallschutz im eigenen Wohnbereich Neben der Empfehlung 103: Schallschutzausweis wurde von der DEGA im Februar 2015 das Memorandum BR 0104: Schall- schutz im eigenen Wohnbereich herausgegeben [13]. Dort wer- den Grundlagen für die Planung des Schallschutzes innerhalb des eigenen Wohnbereichs beschrieben und drei Schallschutz- klassen für diesen Anwendungsbereich definiert (EW1 bis EW3, Tafel 5). Da die aktuelle Norm zu erhöhten Anforderungen DIN 4109-5, wie oben beschrieben, keine Empfehlungen zum Schall- schutz innerhalb des eigenen Wohnbereichs mehr beinhaltet, bietet es sich an, das DEGA-Memorandum BR 0104 für ver- tragliche Vereinbarungen heranzuziehen. Der dort festgelegte Wert für den Schallschutz von Wänden in der Schallschutzklas- se EW 3 (guter Schallschutz mit hoher Zufriedenheit der Nutzer) entspricht mit R’ w  47 dB der Empfehlung der Kalksandstein­ industrie (Tafeln 2 und 4). INFO Ein offener Grundriss ist nicht zu empfehlen, wenn erhöhte An- forderungen an den Schallschutz im eigenen Wohnbereich ge- stellt werden. Tafel 5 Kennwerte für den Schallschutz im eigenen Wohnbereich nach [13] EW1 EW2 EW3 Luftschalldämmung Wände ohne Türen von schützens- werten Räumen, z.B. Schlaf- oder Kinderzimmer ( R‘ w )  40 dB  43 dB  47 dB Luftschalldämmung Decken ( R‘ w )  48 dB  51 dB  55 dB Trittschalldämmung Decken vertikal und Treppen [ L‘ n,w ]  58 dB  53 dB  46 dB Luftschalldämmung Zimmer- türen in/von schützenswerten Räumen z.B. Schlaf- oder Kinderzimmer ( R w der betriebs- fertig eingebauten Tür ohne Nebenwege) Offener Grundriss Geschlossener Grundriss  22 dB  17 dB  27 dB  22 dB  32 dB  27 dB

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