Prospekt von Birco: Intelligentes Regenwassermanagement - aktion pro eigenheim

Seite 150 3.6 DWA-A 138. Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser. Bewertung der Niederschlagsabflüsse hinsichtlich der Versickerung, Qualitative Anforderungen (…) Eine Versickerung ohne Oberbodenpassage in Rigolen, Rohrrigolen oder Schächten ist für Abflüsse von Grün- dächern, von Terrassenflächen und Dachflächen ohne Eindeckung aus unbeschichtetem Kupfer, Zink und Blei in Wohngebieten und vergleichbaren Gewerbegebieten, die nach Tabelle 1 als unbedenklich angesehen werden, sowie in begründeten Ausnahmefällen von Rad- und Gehwegen in Wohngebieten und verkehrsberuhigten Bereichen ver- tretbar. Der Betrieb vorhandener Anlagen zur Versickerung der Niederschlagsabflüsse von stärker belasteten Flächen wird toleriert, wenn ihre geringe Belastung für das Grundwasser durch Untersuchungen nachgewiesen oder die Entwässe- rung nach absehbarer Zeit auf weniger grundwasserbela- stende Anlagen umgestellt wird, z.B. an Verkehrswegen. Der Niederschlagsabfluss von allen anderen Flächen sollte durch den bewachsenen Boden versickert werden. Zusätzlich sind bei Abflüssen von hoch belasteten Straßen (Durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke > 15000 Kfz) und stark frequentierte Pkw-Parkflächen sowie bei zentra- len Versickerungsbecken (Verhältnis A U zu A S Ĉ 15) Maß- nahmen vorzusehen, um die sedimentierbaren Stoffe vor dem Eintritt in die Versickerungsanlagen zurückzuhalten, z.B. Absetzanlagen. (…) Quelle: DWA-Regelwerk, Arbeitsblatt DWA-A 138. Pla- nung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser, Abschnitt 3.1.2. DWA Deutsche Ver- einigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. Hennef, April 2005. (…) Der Hinweis, dass von allen in den Sickerraum einge- bauten Materialien im Dauerbetrieb keine nachteilige Beeinträchtigung des Sicker- und Grundwassers ausge- hen darf, betrifft vor allem die Rohr-Rigolenversickerung. Dabei geht weniger von den eingesetzten Fertigteilen, wie Sickerrohren, Rigolenfüllkörpern aus Kunststoff und Geotextilien Gefahr aus, sondern potenziell vor allem vom Füllmaterial der Rigolen. Hier ist unbedingt darauf zu ach- ten, dass keine Reststoffe oder Recyclingstoffe eingesetzt werden, die unerwünschte Stoffe freisetzen können. Hier sollte gefordert werden, dass die Zuordnungswerte der LAGA für den uneingeschränkten Einbau von Reststoffen (Z0-Werte) bzw. die Prüfwerte der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) für den Wirkungs- pfad Boden-Grundwasser im Eluat der verwendeten Stoffe zu unterschreiten sind (Tabelle K5). Diese Forderung sollte im Leistungsverzeichnis für den Bau von Versickerungs- anlagen enthalten sein. Eine analoge Betrachtungsweise wird bei allen vom DlBt (Deutsches Institut für Bautechnik) zugelassenen Bau- produkten und Bauarten angestellt. Hier darf durch die Anwendung der zugelassenen Bauprodukte eine Gering- fügigkeitsschwelle der Konzentrationen am Ort der Beur- teilung nicht überschrittenwerden. Für die Durchsickerung von Bauprodukten ist dies der Übergang vom Sickerwasser in das Grundwasser. Als Konzentrationswerte werden hier ebenfalls die Prüfwerte der BBodSchV angenommen. (…) Das Bodengefüge beeinflusst gerade in Tiefen bis etwa 50 cm und vor allem bei bindigen Böden durch gefüge- bedingte Grobporen die Wasserleitfähigkeit. In größeren Tiefen sind die korngrößenbedingten Primärporen für die Durchlässigkeit maßgebend. Das Bodengefüge hat Aus- wirkungen auf den Stoffrückhalt im Boden. Bei Böden mit höheren Schluff- und Tonanteilen mit potenziell hohem Sorptionsvermögen kann durch die gefügebedingten Grobporen ein Makoporengefüge entstehen, so dass eine gleichmäßige Durchströmung des Bodenkörpers nicht gegeben ist. Dadurch ist für die Reinigungsvorgänge Fil- tration und Sorption das „aktive“ Bodenvolumen geringer. Feinkörnige Böden aus rolligem Material werden gleich- mäßiger durchströmt. (…) Filtration ist der mechanische Rückhalt von ungelösten Stoffen in einem Filtermedium. In Niederschlagsabflüssen liegen u. a. große Teile des CSB, des Phosphats, der Schwer- metalle und auch der hydrophoben PAK in partikulär gebundener Form vor und können so durch Filtrationsvor- gänge zurückgehalten werden. (…) Bei stark mit Feinparti- keln belastetem Niederschlagsabfluss kann die Filtration mit allmählicher Kolmation der Versickerungsanlagen einhergehen. In diesem Fall ist durch die Vorschaltung von Absetzeinrichtungen eine zu starke Kolmation und damit nachlassende hydraulische Leistungsfähigkeit zu vermindern. Quelle: DWA-Kommentar zum DWA-Regelwerk, Arbeits- blatt DWA-A 138. Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser, Abschnitt 3.1.3, von Dieter Grotehusmann, Hannover, und RichardW. Harms, Hannover. DWA Deutsche Vereinigung für Wasser- wirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. Hennef, August 2008. BIRCO Grundlagen

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