Expertenwissen

Stromanschlüsse und Stromkreise richtig planen

Elektroinstallation bei Hausplanung berücksichtigen

Die Elektroinstallation ist nicht nur entscheidend für den Komfort im Haus. Stromanschlüsse und Stromkreise sind auch sicherheitsrelevant. Beim Hausbau sollten sich Bauherren deshalb so früh wie möglich mit dem Thema auseinandersetzen, denn spätere Änderungen sind teuer. Experte Hartmut Zander von der Initiative Elektro+ erklärt, welche wichtigen Aspekte unbedingt in die Planungsphase des Eigenheims integriert werden müssen.

Planung der Elektroinstallation im NeubauBild größer anzeigen
Bauherren sollten sich frühzeitig mit der Planung der Elektroinstallation für ihr Haus befassen, damit es später nicht an Stromanschlüssen und Stromkreisen mangelt. Denn die Nachrüstung ist teuerFoto: Initiative ELEKTRO+

Schon vor Baubeginn wird die Baufamilie mit dem Thema Elektroinstallation konfrontiert: Der Baustellenanschluss muss rechtzeitig durch einen eingetragenen Elektrofachbetrieb angemeldet und beantragt werden. Wenn dieser erste Kontakt mit dem Fachmann noch einen Schritt weiter geht, ist das für alle Seiten vorteilhaft: "Dieser kennt nicht nur die Standardausführungen sondern ebenso technische Innovationen, die eine zukunftssichere Ausstattung ermöglichen", sagt Hartmut Zander von der Initiative ELEKTRO+: "Wir empfehlen, beim Hausbau so früh wie möglich das Beratungsangebot eines Elektro-Profis in Anspruch zu nehmen." Der Fachmann berät beispielsweise über die Ausstattungsstandards (RAL- Ausstattungswerte) der Elektroinstallation im Haus, die als Grundlage für die Elektroplanung dienen sollten. Zusätzlich erfahren Bauherren, welcher Platz sich optimal für den elektrischen Hausanschluss eignet, was der Vorteil einer Mehrsparten-Hauseinführung ist und viele andere wichtige Details.

Wohin mit dem Hausanschluss?
Der Platz für die Hausanschlüsse sollte zusammen mit den örtlichen Versorgern für Strom, Telefon, Gas, Wasser und Fernwärme festgelegt werden. Wer sich für eine Mehrsparten-Hauseinführung entscheidet, kann Zeit und Kosten beim Bau sparen. Über eine gemeinsame Einführung bezieht das neue Gebäude nicht nur seinen Strom sondern wird gleichzeitig auch an das Gas-, Wasser- und Kommunikationsnetz angeschlossen. Damit werden alle Versorgungsleitungen gebündelt durch nur eine Mauereinführung oder Kernbohrung in die Hausanschlussnische oder den entsprechenden Kellerraum mit der Hausanschlusswand eingeführt.

Reserve-Zählerschränke nicht vergessen
"Bei der Wahl eines Zählerschranks sollten Bauherren auf solche mit Kommunikationsfeldern setzen. Denn diese nehmen die Kommunikations- Schnittstellen für eine spätere Automatisierung des Hauses auf", so der Experte von ELEKTRO+. Aktuelle und künftige Technologien können mit dieser innovativen Zentrale Einzug ins Haus halten. Bauherren sollten außerdem an einen Reserveplatz für einen zusätzlichen Zähler denken. Dadurch kann später beispielsweise der Stromverbrauch für eine nachträglich eingerichtete Einliegerwohnung problemlos erfasst werden oder es kann ein zusätzlicher Zähler für die Anwendung zeitvariabler Tarife bei einer Wärmespeicheranlage nachgerüstet werden. Auch Ladeeinrichtungen für Elektrostraßenfahrzeuge, eigene Stromerzeugungsanlagen, beispielsweise Photovoltaik-Anlagen oder auch Wärmepumpen können mit einem besonderen Zähler und unter Nutzung besonderer Stromtarife wirtschaftlich betrieben werden.

Sicherungskästen gehören auf jede Etage
In manchen Zählerschränken findet ebenfalls der Sicherungskasten, auch Stromkreisverteiler genannt, seinen Platz. In einem Einfamilienhaus sind allerdings weitere Unterverteiler in jedem Stockwerk ratsam, damit die Leitungswege nicht unnötig lang werden. Dafür planen Bauherren am besten in jeder Etage eine Wandnische ein, die für spätere Nachrüstungen etwas größer ausfallen sollte. Für eine optimale Erreichbarkeit sind sie im Flur gut aufgehoben. Generell gilt: Die Elektroverteilung muss über mindestens vier Sicherungsreihen verfügen.

Stromkreise vor Überlastung schützen: FI-Schutzschalter sind Pflicht
Stehen einzelne Leitungen unter Dauerbenutzung, kann es zu einer Überlastung des Stromkreises kommen. Um das zu verhindern, sollte jeder der Wohnbereiche wie Küche, Bad, Wohn-, Ess- und Kinderzimmer, Schlafräume, Flure und Nebenräume seinen eigenen Stromkreis haben, der jeweils mit einem Leitungsschutzschalter (LS-Schalter) und einem FI-Schutzschalter abgesichert ist. Diese Schutzschalter lassen sich auch zu einem Schalter, dem FI/LS-Schalter, kombinieren. Das spart Platz im Sicherungskasten. Empfehlenswert ist die Trennung der Licht- und Steckdosenstromkreise.

Auch sollten sich Bauherren für einen eigenen Stromkreis für den Heizkessel und seine Steuerung entscheiden. Der Vorteil daran: Gibt es zum Beispiel wegen eines defekten Gerätes einen Kurzschluss an einer Steckdose, bleiben Licht und Heizung weiterhin in Betrieb. Außerdem benötigen leistungsintensive Haushaltsgeräte jeweils einen eigenen Stromkreis - das betrifft beispielsweise Geschirrspüler, Waschmaschine, Mikrowelle und Elektroherd. Anderenfalls könnten die Haushaltsgeräte oder andere Elektro- Anwendungen nicht gleichzeitig genutzt werden.

 
 
 
Quelle: Initiative ELEKTRO+
 
 
 
 

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