24.07.2018
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Wandbaustoffe im Beliebtheitstest: Ziegel hat die Nase vorn

Jedes dritte Haus ist ein Ziegelhaus

Ob Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus oder Geschosswohnungsbau - je nach Wohngebäudeart erfreuen sich bestimmte Wandbaustoffe einer größeren Beliebtheit als andere. Das hängt unter anderem mit den bautechnischen Eigenschaften der Baustoffe zusammen, aber auch mit regionalen Vorlieben. Doch welcher Wandbaustoff wird am häufigsten verwendet? Eine aktuelle Studie zeigt: Der Ziegel hat die Nase vorn.

Rohbau ZiegelmauerwerkBild größer anzeigen

Jedes dritte Haus war 2017 ein Ziegelhaus. Der Wandbaustoff Ziegel führt damit die Beliebtheitsskala an

Foto: aktion pro eigenheim

Bauherren, die sich für ein Massivhaus entscheiden, haben die Qual der Wahl: Als Wandbaustoffe stehen Ziegel, Porenbeton und Kalksandstein zur Verfügung. Doch womit bauen? Eine Analyse der Marktanteile verrät, für welchen Baustoff sich Bauherren am häufigsten entscheiden.

Ziegel: Wandaufbau ohne zusätzliche Dämmung möglich
Einer der wohl vielseitigsten Wandbaustoffe im Wohnungsbau ist der Ziegel. Laut der Fertigstellungsstatistik des Statistischen Bundesamts lag der Marktanteil der roten Steine in 2017 quer durch die drei wichtigsten Gebäudearten bei je ca. 30 Prozent. Dass Ziegelsteine bis heute noch für den gesamten Wohnungsbau attraktiv sind – egal ob nun im Ein- oder Mehrfamilienhaus- oder Wohnheimsegment – dürfte größtenteils mit den bautechnischen Eigenschaften zusammenhängen. So ermöglicht gerade die geringe Wärmeleitfähigkeit moderner (Hochloch-)Ziegel einen monolithischen Wandaufbau ohne zusätzliche Wärmedämmung unter Einhaltung der Energieeinsparverordnung.

Porenbeton: Beliebt im Einfamilienhausbau wegen leichter Verarbeitung

Neben dem Ziegel ist der Porenbeton als Wandbaustoff gerade im Ein- und Zweifamilienhausbau beliebt. So wurden 2017 fast ein Viertel aller klassischen Eigenheime (24,5 Prozent) mit diesem Wandaufbau fertiggestellt. Ein Grund für die vergleichswese häufige Verwendung von Porenbetonsteinen liegt unter anderem in der geringen Rohdichte: daher sind die Steine sehr leicht und auch einfach zu verarbeiten – ohne dabei die sehr guten Dämmeigenschaften zu verlieren. Zusätzlich bieten viele Porenbetonhersteller komplette Bausysteme an (Steine und Bauelemente für Außen- und Innenwände inklusive Stürzen und Rollladenkästen, Decken, Massivdächer, Treppen und Schornsteine usw.) – was eine schnelle Bauweise fördert und somit Kosten senken kann.

Kalksandstein: Schallschutz im Mehrfamilienhaus
Der Kalksandstein – immerhin der Dritte im Reigen der großen Wandbaustoffe für den Wohnungsbau – ist eher im Mehrfamilienhausbau beheimatet. Mit einem Marktanteil von 33 Prozent sind die grau-weißen Mauersteine der Vorreiter im Mehrfamilienhausbau – wenn auch nur knapp vor den Ziegeln. Dabei liegen die Vorzüge von Kalksandstein für den Geschosswohnungsbau auf der Hand: So sind Kalksandsteine massive und schwere Steine, die für tragendes und nicht tragendes Mauerwerk von Außen- und Innenwänden geeignet sind. Dies ist natürlich ein Vorteil bei mehrgeschossigen Bauwerken, die alleine von der Mauerstatik her viel größere Lasten tragen müssen. Zusätzlich sorgt die hohen Masse der Steine bei Innenwänden für guten Schallschutz, was beispielsweise bei den erhöhten Schallschutzanforderungen einer Haustrennwand oder bei Wohnungstrennwänden gewünscht ist. 

Während Stahlbeton vor allem in mehrstöckigen Häusern zum Einsatz kommt, konnte Holz als Wandbaustoff bei den Ein- und Zweifamilienhäusern zulegen. Fast jedes fünfte dieser Häuser wurde 2017 aus Holz errichtet. Dabei handelt es sich zum größten Teil um Fertighäuser. Dass Holz der Wandbaustoff Nr. 1 im Fertigteilhausbau ist, liegt vor allem in der Bauweise begründet. So werden die einzelnen Bauteile der Fertighäuser (Wände, Dach und Decken) fast ausschließlich in großen Hallen industriell vorgefertigt und nach dem Baukastenprinzip auf der Baustelle in kürzester Zeit zusammengesetzt. Die verwendeten Materialien für den Rohbau des Hauses beschränken sich meistens auf Holz und der Aufbau erfolgt in Holzrahmenbauweise. Damit liegen die Vorteile dieser Konstruktionsweise auf der Hand: Schnelligkeit und Kostenersparnis.

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Quelle: BauInfoConsult GmbH
 
 
 
 

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