07.09.2017

Baukosten: Drei von vier Eigenheimen werden teurer als geplant

Nur jedes zweite Haus kann pünktlich bezogen werden

Nicht nur bei öffentlichen Bauvorhaben laufen die Baukosten oft aus dem Ruder, auch viele private Bauherren strapazieren ihr Budget: Drei Viertel der in den vergangenen fünf Jahren gebauten Eigenheime sind am Ende spürbar teurer geworden als geplant. Und nicht nur das. Jeder zweite Bau wurde zudem auch nicht pünktlich fertig. Bauherren kostet das viel Geld und Nerven.

NeubaugebietBild größer anzeigen

Bevor das Eigenheim bezogen werden kann, kosten Verzögerungen und Budgetüberschreitungen ordentlich Nerven

Foto: aktion pro eigenheim

Kostenbremse verzweifelt gesucht: Während bei jedem dritten Haus die Baukosten bis zu 10 Prozent über Plan lagen, waren es bei jedem fünften Neubau bis zu 20 Prozent und bei gut jedem zehnten Haus sogar bis zu 30 Prozent. Das Budget und die Nerven der Bauherren wurden zusätzlich noch von einer anderen Seite strapaziert: Jeder zweite Bau wurde nicht pünktlich fertig. Ein Viertel der Eigenheime konnte dabei erst mit einer Verzögerung von drei Monaten oder länger bezogen werden. Das sind die Ergebnisse der "Bauherren-Studie 2017“.*

Schon kleine Verzögerungen erhöhen die Baukosten
!Bauprojekte folgen häufig einem sehr engen Zeitplan. Da die Arbeiten aufeinander aufbauen, können selbst kleine Verzögerungen zu einem Dominoeffekt führen", erklärt Prof. Dr.-Ing. Evi Hartmann von der Universität Erlangen-Nürnberg. "In der Folge verschieben sich die Arbeiten immer weiter nach hinten. Wenn dann noch ein besonders kalter Winter dazukommt, können bestimmte Arbeiten erst gar nicht ausgeführt werden", so Hartmann weiter. So lässt sich etwa Estrich bei niedrigen Temperaturen nicht fachgerecht gießen. Oder nur zu hohen Mehrkosten, da in diesem Fall eine mobile Heizung eingesetzt werden müsste. So summieren sich am Ende Verzögerungen und Zusatzarbeiten zu stattlichen Mehrkosten, die viele Bauherren eigentlich gar nicht einkalkuliert hatten.

Gute Planung spart Zeit und Kosten
Damit die Baukosten nicht explodieren, ist eine gute Planung das A und O. An diesem Plan sollten die Bauherren dann auch festhalten, denn wird zu einem späteren Zeitpunkt - zum Beispiel durch Änderungswünsche - in den Ablauf eingegriffen, sind Verzögerungen vorprogrammiert. Das gilt auch übrigens auch dann, wenn die Bauherren Eigenleistungen geplant hatten, die dann doch mehr Zeit in Anspruch nehmen. Müssen die folgenden Gewerke warten, steigen die Kosten und der Einzugstermin kann nicht gehalten werden. Die Folge sind dann oft Finanzierungsprobleme und eine steigenden emotionale Belastung. Die Begleitung durch einen unabhängigen Sachverständigen kann helfen, dass Bauzeit und Baukosten im geplanten Rahmen bleiben. Für KfW-geförderte Eigenheime ist so eine Baubegleitung nicht ohne Grund Pflicht.

* Für die "Bauherren-Studie 2017" hat die Beratungsfirma Almondia mehr als 1.000 Bauherren befragt, die entweder in den vergangenen Jahren ein Eigenheim gebaut haben oder gerade einen Bau planen.

 
 
 
Quelle: Almondia / aktion pro eigenheim
 
 
 
 

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