03.06.2016
 

Aktuelle Bauzinsentwicklung - Prognose 2016

Ausblick für Bauherren bleibt freundlich

Gute Nachrichten für alle Bauherren in spe: Auch bei vorsichtigen Einschätzungen scheinen die Prognosen zur Entwicklung der Bauzinsen für alle, die ein Haus kaufen oder bauen wollen, weiterhin positiv zu bleiben. Geld für die eigene Immobilie wird aller Voraussicht nach bis auf weiteres zu günstigen Konditionen verfügbar sein. Ein Überblick.

BauzinsentwicklungBild größer anzeigen
Dank der lockeren Geldpolitik der EZB liegen die Zinsen für Baugeld mit zehnjähriger Zinsbindung Anfang Juni 2016 vielfach bei unter 1,5 Prozent. Besser geht es kaum, wie die Kurve der vergangenen fünf Jahre zeigtFoto: www.aktuelle-bauzinsen.info
finanzierungsunterlagen und taschenrechnerBild größer anzeigen
Optimal vorbereitet: Wer verschiedene Varianten mit Finanzierungsrechnern durchspielt und Angebote richtig vergleicht, findet leichter eine passgenaue FinanzierungFoto: LBS
Euroscheine und Euromünzen mit SpielhäuschenBild größer anzeigen
Bauherren, die schon im Vorfeld des Hausbaus die Möglichkeiten zur Förderung wie zum Beispiel der KfW ausloten, können ihr Budget gezielt entlastenFoto: KfW-Bildarchiv / Fotograf: Thomas Klewar

Davon konnten Bauherren in den 1990er Jahren nur träumen: Nach der weiterhin lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank liegen die Zinsen für Immobilienkredite mit zehnjähriger Zinsbindung Anfang Juni 2016 vielfach bei unter 1,5 Prozent. Im Vergleich dazu mussten Bauherren in den 1990er Jahren ihre Immobilie teilweise mit einem Zinssatz von mehr als 9 Prozent finanzieren. Paradiesische Zustände also derzeit. Im Rückblick zeigt sich: Bis Mitte 2003 fielen die Bauzinsen auf ein – im damaligen Vergleich – Rekordtief von rund 3,8 Prozent. Bis 2008 wurde dieses Niveau, mit zeitweise deutlichen Schwankungen nach oben, in etwa gehalten. Danach sorgten die Auswirkungen der amerikanischen Banken- und Immobilienkrise für sprunghafte Veränderungen der Zinssätze, in den Jahren 2010 und 2011 lagen die Höchstsätze zu manchen Zeiten zwischen mehr als 4,5 und weniger als 3 Prozent. Danach folgte zur Freude aller Bauherren eine ausgeprägte Niedrigzinsphase, die bis heute anhält.

Getrübt wird diese Freude inzwischen allerdings durch zwei Faktoren: einerseits durch die teils massiv gestiegenen Immobilienpreise auf dem deutschen Markt und andererseits durch die seit dem Frühjahr 2016 verschärften Bedingungen für Baukredite. Mit dieser Verschärfung wollte die Bundesregierung eigentlich die Gefahr einer Finanzkrise minimieren, mit dem Ergebnis, dass nun vor allem junge Familien und ältere Bauherren viel schwerer einen Baukredit bekommen.

Bauzins-Prognose für 2016
Der Ausblick für den Rest des Jahres bleibt für Bauherren freundlich: Seit Wochen verändern sich die Konditionen für Bauzinsen kaum und nach der aktuellen EZB-Entscheidung erwarten Experten für die kommenden Wochen gleichbleibend gute Zinsbedingungen. Langfristig könnten Immobiliendarlehen jedoch etwas teurer werden. Doch selbst wenn sich Baugeld in den nächsten Monaten etwas verteuern sollte - wirklich teuer wird es nicht. Für Bauherren wird 2016 also ein gutes Jahr, zumindest was die Rahmenbedingungen der Finanzierung angeht. Denn von den günstigen Zinsen sollten sich Bauherren nicht zu „Schnellschüssen“ verleiten lassen. Nach wie vor müssen auch die Fakten der Immobilie überzeugen – Lage, Infrastruktur und Kosten müssen zum eigenen Vorhaben passen, damit der Immobilienkauf nicht zum Fiasko wird. Deshalb empfehlen Experten, nicht nur die Entwicklung der Bauzinsen im Auge zu behalten, sondern sich auch unbedingt einen Überblick über Grundstücks- und Immobilienpreise im Umfeld zu verschaffen, um teure Fehlkäufe zu verhindern.

Wie funktioniert das eigentlich mit den Bauzinsen - was hat Auswirkungen auf die Zinshöhe?
Mit Spannung werden sie immer erwartet: Die Entscheidungen der EZB zur Zins- und Geldpolitik. Steigen oder fallen die Zinsen? Und auch die Ankündigungen der amerikanischen Notenbank zum Leitzins werden genau beobachtet. Doch nicht nur der in- und ausländische Kapitalmarkt entscheidet über die Bauzinsen. Ausschlaggebend sind auch ganz persönliche Kriterien der Bauherren und der gewünschten Finanzierung: Wie hoch soll das Darlehen sein und wie viel Eigenkapital bringen die Bauherren mit? Wie lange soll die Zinsbindung erfolgen, wie hoch ist die Tilgungsrate und sind bestimmte Sonderoptionen gewünscht? In welcher Region wird eine Immobilie gekauft und wie soll diese genutzt werden? Sind die Bauherren erwerbstätig und wie ist ihre Bonität? All diese Fragen und Faktoren bestimmen den Bauzins, der letztendlich auf dem Angebot der Bank steht. In Stein gemeißelt sind diese Angaben allerdings nicht - deshalb sollten Bauherren unbedingt die Angebote mehrerer Banken vergleichen! Denn Baugeld war zwar noch nie so günstig wie heute, aber auch die Zinsunterschiede zwischen den Kreditangeboten von Banken, Versicherungen und Bausparkassen sind enorm. So kann ein Zinsvergleich mehrere tausend Euro sparen, wie Stiftung Warentest herausgefunden hat.

Solide finanzieren ist das A und O
Auch wenn die Finanzierungsaussichten günstig sind: Für Bauherren bleibt eine solide Finanzierung unerlässlich. Die schärferen Regeln für Baukredite erfordern das sogar, denn die Banken fordern seit März 2016 zum Beispiel zur Sicherheit mehr Eigenkapital und schauen bei Lebenshaltungskosten, Bonität und verfügbarem Einkommen ganz genau hin. Deshalb gilt nach wie vor: Ein ehrlicher Kassensturz sollte am Beginn der Finanzierungsplanung stehen, das Einbringen von Eigenkapital (viele junge Baufamilien greifen dafür auf Baugeld aus der Verwandtschaft zurück) ist noch wichtiger geworden und eine möglichst hohe Tilgung, von mindestens zwei, besser jedoch drei und mehr Prozent, sorgen dafür, dass das Traumhaus auf einem sicheren Finanzierungsfundament gebaut wird.

Baufinanzierung richtig planen
Damit Bauherren bei ihrem ersten Banktermin nicht kalt erwischt werden, sollten sie sich vorher umfassend informieren. Dazu gehört nicht nur ein Blick auf die aktuelle Zinsentwicklung, sondern auch eine Zusammenstellung aller Einnahmen und Ausgaben sowie alle Daten rund um das Haus. Beim nächsten Schritt helfen zum Beispiel Finanzierungsrechner: Mit ihrer Hilfe lassen sich monatliche Rate, Zinsbindung und Restschuld ermitteln. Wer verschiedene Angaben und Varianten mit den Rechnern durchspielt, erhält schnell ein Gefühl für die optimale Finanzierung und erscheint bestens vorbereitet zum Banktermin.

Budget mit Förderung gezielt entlasten
Geht es um das Traumhaus, sollen möglichst alle Wünsche verwirklicht werden. Doch genau das kann auch zur Kostenfalle werden. Besser im Vorfeld genau klären, was für das Eigenheim unverzichtbar ist und was auch noch später realisiert werden kann. So bleiben die Baukosten im Rahmen. Wer sich zudem schon vor dem Hausbau über die Möglichkeiten der Förderung informiert – die Angebote reichen von günstigen KfW- oder Landeskrediten über Zuschüsse der Kommune und günstige Grundstücke der Kirche bis hin zu Darlehen des Arbeitgebers – kann sein Baubudget gezielt entlasten und wird mit besseren Finanzierungsmöglichkeiten belohnt.

 
 
 
 
Quelle: aktion pro eigenheim
 
 
 
 

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