Expertenwissen

Gemeinsam bauen: Baugemeinschaften und Baugruppen

So sparen Bauherren in der Baugemeinschaft Geld und Nerven

Bauen in der Gemeinschaft ist eine gute Idee, allerdings kann dabei auch viel schief gehen. Die Organisation einer Baugemeinschaft ist komplexer als die einer normalen Eigentümergemeinschaft und man muss als Bauherr der Typ dafür sein. Bausachverständiger Klaus Kellhammer vom Verband Privater Bauherren (VPB) erklärt, worauf Bauherren beim gemeinschaftlichen Bauen achten sollten, damit sie wirklich Geld und Nerven sparen.

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Baugruppen sind sehr gut geeignet, um moderne Wohnwünsche umzusetzenFoto: aktion pro eigenheim

Der Trend geht zum Wohnen in der Stadt. Immer mehr Menschen interessieren sich deshalb für das Bauen in einer Baugemeinschaft, um sich den Traum vom Wohneigentum leichter erfüllen zu können. Auch von den Kommunen werden Baugemeinschaften gerne gesehen. Ehemalige Gewerbeflächen werden oft gezielt für Baugruppen und Baugemeinschaften entwickelt.

Warum in der Gemeinschaft bauen?

Wer allein baut, der kann sein Haus weitgehend individuell gestalten und muss nur auf den geltenden Bebauungsplan Rücksicht nehmen. Baut er mit Gleichgesinnten in der Baugemeinschaft, zählen auch die Wünsche der anderen. Dafür sind Bauherrengemeinschaften bestens geeignet, um moderne Wohnwünsche umzusetzen, etwa das barrierearme, umweltfreundliche Wohnen in der Stadt und das Miteinander mehrerer Generationen in einem Komplex. Oft kommen Baugruppen auch an innerstädtische Grundstücke, zu denen private Bauherren sonst keinen Zugang haben. Und nicht zuletzt sind die Baukosten oft ein Argument.

Was ist eine Baugruppe oder Baugemeinschaft?
Unter einer Baugruppe oder Baugemeinschaft versteht man eine Gemeinschaft von Bauwilligen, die sich zusammenschließen, um gemeinsam ein Grundstück zu kaufen und als Baugemeinschaft Doppel-, Reihen- oder Mehrfamilienhäuser zu bauen. Baugemeinschaften können sich in unterschiedlichen Rechtsformen organisieren, als private Baugemeinschaft bürgerlichen Rechts (GbR), als Genossenschaft oder als Verein. Doch egal wie die Rechtsform aussieht, wichtig ist eine unabhängige Beratung. Und das gilt sowohl für Finanzierung und Vertragsgestaltung als auch für die Hausplanung und Bauqualität.

Unterschieden werden zwei Grundtypen von Baugemeinschaften: Die freie private Baugemeinschaft und die betreute private Baugemeinschaft. Bei der freien privaten Baugemeinschaft suchen und kaufen mehrere Bauherren gemeinsam ein Grundstück, um darauf ein Haus nach ihren Vorstellungen zu planen. Sie beauftragen einen Architekten ihrer Wahl. Alle Bauleistungen werden zunächst von der Baugemeinschaft ausgeschrieben und dann individuell abgerechnet. Die freie private Baugemeinschaft übernimmt alle organisatorischen Bauherrenaufgaben selbst.

Eine betreute private Baugemeinschaft entsteht dagegen nicht aus einer Eigeninitiative, sondern wird von einem so genannten Projektsteuerer, oft einem Architekten, initiiert, vorbereitet und auch betreut. Solche strikt organisierten Baugemeinschaften sind zwar bei Kommunen beliebt, weil alles in einer Hand liegt und oft schon vorher ein planerisches Konzept besteht. Der Nachteil für Bauherren ist, dass solche Gruppen oft von dem Architekten dominiert werden und nur noch wenig oder kein Einfluss auf die Planung besteht. Vorsicht ist auch geboten, wenn der Projektsteuerer gleichzeitig der planende Architekt ist. Dann kontrolliert dieser sich selbst, auch bei der Abrechnung - das führt erfahrungsgemäß oft zu Streit in der Baugruppe.

Spart gemeinschaftliches Bauen Baukosten?
Oft sind es wirtschaftliche Gründe, die Bauherren zu einem Zusammenschluss bewegen. Baugemeinschaften und Baugruppen bleiben in der Regel zehn bis 20 Prozent unter den ortsüblichen Baukosten. Baukosten sparen vor allem die gemeinsame Planung, die Koordination und der gemeinsame Einkauf von Materialien und Leistungen. Auch ein Plus: Anders als bei einem schlüsselfertig gekauften Haus fallen Grunderwerbsteuer und Notarkosten nur auf den Grundstückspreis an.

Bin ich der Typ für eine Baugemeinschaft?
Wer in der Gruppe planen und bauen möchte, der lässt sich auf mehrere Jahre Diskussion, mitunter Streit ein. Und nicht nur die eigenen Bauwünsche spielen eine Rolle, sondern auch die Wünsche der anderen müssen bei der Hausplanung unter einen Hut gebracht werden. Das sollten Bauherren berücksichtigen und sich fragen, ob sie dafür der Typ sind. Wer schon Elternabende wegen ausufernder Debatten scheut, der tut sich damit sicher schwer. Ist das Haus fertiggestellt, wird aus der Baugemeinschaft eine Eigentümergemeinschaft. Bauherren sollten sich also vorab also gut überlegen, ob sie sich mit den Mitgliedern der Baugemeinschaft eine Nachbarschaft vorstellen können.

 
 
 
Quelle: Verband privater Bauherren (VPB)
 
 
 
 

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