Redaktionstipp

Tipps für den Hauskauf aus einer Zwangsversteigerung

Unabhängigen Sachverständigen zur Prüfung hinzuziehen

Im angespannten Immobilienmarkt bieten Zwangsversteigerungen die Möglichkeit, ein Haus unterhalb des Marktwertes zu erwerben. Die besonderen rechtlichen Rahmenbedingungen bergen jedoch erhebliche Risiken. Wichtige Tipps für den Hauskauf aus einer Zwangsversteigerung.

Sanierung FachwerkhausBild größer anzeigen

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten - hat das Haus aus einer Zwangsversteigerung wirklich Schnäppchenpotenzial oder drohen Kostenfallen? Das klären Interessenten am besten mit einem unabhängigen Sachverständigen

Foto: Bauherren-Schutzbund e.V.

Was eigentlich beim Hauskauf selbstverständlich ist, ist bei einer Zwangsversteigerung oft schwierig: das Haus vorab zu besichtigen und die Bausubstanz einschätzen zu können. Doch wer die Katze im Sack kauft, läuft nicht selten Gefahr, in die Kostenfalle zu tappen: Verschleppte Baumängel, unerkannte Schäden und Sanierungsstau können schnell jede Finanzierung sprengen. Es drohen unkalkulierbare Zusatzkosten, die auf den Kaufpreis aufschlagen. Deshalb sollten Käufer vor der Versteigerung unbedingt einen unabhängigen Sachverständigen hinzuziehen, der die Immobilie prüft. Auf Grundlage der zur Verfügung stehenden Dokumente und Unterlagen kann er eine erst Einschätzung treffen, welche Gefahren lauern und ob wirklich Schnäppchenpotenzial besteht.

Die 5 wichtigsten Tipps für den Hauskauf aus Zwangsversteigerung

1. Gutachten einsehen

Ein unabhängiges Gutachten über das Objekt liegt bei jeder Zwangsversteigerung vor. Es wird im Auftrag des Amtsgerichts von einem unabhängigen Sachverständigen erstellt, um den Verkehrswert der Immobilie zu ermitteln. In diesem Gutachten finden Interessenten eine genaue Objektbeschreibung, inklusive aller Mängel, im besten Fall auch Auszüge aus dem Grundbuch, Fotos und Pläne. Wichtig ist darauf zu achten, ob der Gutachter die Immobilie besichtigen konnte. Denn nur dann gibt das Gutachten ein vollständiges Bild wieder. Wurde das Objekt nicht besichtigt, wird der Gutachter vermutlich von einem durchschnittlichen Zustand ausgehen. Käufer sollten einkalkulieren, dass der Zustand auch schlechter sein kann.

2. Objekt wenn möglich besichtigen
Minuspunkt bei der Zwangsversteigerung: Eine Besichtigung der Immobilie ist oft nicht möglich. Interessenten können versuchen, über die Hausbank eine Besichtigung mit dem Eigentümer zu vereinbaren. Wenn keine Besichtigung möglich ist, kann man sich zumindest von außen ein Bild machen.

3. Sachverständigen hinzuziehen

Egal, ob eine Besichtigung zustande kommt oder nicht - Interessenten sollten unbedingt einen unabhängigen Sachverständigen hinzuziehen! Dieser kann zum Besichtigungstermin begleiten und das Gutachten auf Kostenfallen prüfen.

4. Weitere Informationen sammeln

Auch wenn eine Besichtigung vielleicht nicht möglich ist, können sich Interessenten ein Bild von der Wohnumgebung machen. Manchmal sind auch Nachbarn und Anwohner zu Auskünften bereit. Außerdem lassen sich ergänzende Informationen von den Ämtern einholen: Mögliche Erschließungskosten oder Baulasten lassen sich über das Bauaufsichtsamt prüfen. Ein Grundbuch-Auszug klärt Rechte und Belastungen der Immobilie.

5. Solides Finanzierungskonzept erstellen
Wer bei einer Zwangsversteigerung mitbieten möchte, braucht ein solides Finanzierungskonzept. Interessenten müssen schon vor dem Versteigerungstermin die Finanzierung geklärt haben, denn nach dem Zuschlag wird der Kaufpreis recht schnell fällig. Unbedingt auch an die Nebenkosten denken!

 
 
 
Quelle: aktion pro eigenheim / VPB / BSB
 
 
 
 

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