Expertenwissen
 

Mit Sondertilgung schneller schuldenfrei

Außerplanmäßige Darlehensrückzahlungen sollten gebührenfrei sein

Aller Erfahrung nach dauert es rund 30 Jahre, bis das über ein herkömmliches Annuitäten-Darlehen finanzierte Eigenheim schuldenfrei ist. Doch clevere Bauherren können diese Zeit spürbar durch Sondertilgungen verkürzen. Dabei gilt es, einige wichtige Dinge zu beachten.

Sondertilgungen BaufinanzierungBild größer anzeigen
Clevere Bauherren können die Zeit bis das eigene Haus schuldenfrei ist durch Sondertilgungen verkürzenFoto: Bausparkasse Schwäbisch Hall

Nach wie vor sind so genannte Annuitätendarlehen die beliebteste und deshalb am weitesten verbreitete Form der Baufinanzierung in Deutschland. Vergeben werden solche Baukredite in der Regel von Banken, Sparkassen und Hypothekenbanken. Positiv: Dadurch verschaffen sich Bauherren und Immobilienkäufer langfristige Planbarkeit im Hinblick auf die Belastung des Familienbudgets. Aber es gibt auch einen Nachteil, denn es dauert sehr lange, bis der Kredit getilgt und das Eigenheim schuldenfrei ist.

Sondertilgungen verkürzen Entschuldung merklich
Wie lange die Entschuldung bei einem Annuitäten-Kredit mit ein Prozent Tilgungsrate im Jahr dauert, hängt von der Höhe des Nominalzinses ab. Finanzmathematisch nachweisbare Faustformel: Je niedriger dieser Nominalzins, desto länger dauert es, bis der Bauherr und Kreditnehmer den letzten Euro abbezahlt hat. Und umgekehrt. Dies bedeutet: Eine junge Familie, die mit 30 ein Haus baut, dürfte beim derzeitigen Baugeld-Niveau knapp vor Beginn der Altersrente schuldenfrei sein. 

Ausweg: Der Darlehensnehmer (= Bauherr/Immobilienkäufer) vereinbart mit seinem Geldgeber Sondertilgungen. So kann der Kreditnehmer außerplanmäßige Rückzahlungen dann vorzunehmen, wenn er dazu finanziell in der Lage ist. Üblicherweise wird in Darlehensverträgen eine jährliche Sondertilgung zwischen fünf und zehn Prozent vom Anfangsdarlehen vereinbart. 

Früher ließen sich die Geld gebenden Institute so viel Entgegenkommen noch mit teils happigen Gebühren vergolden. Doch diese sind mittlerweile unüblich. Denn wegen des harten Konkurrenzkampfes bei Immobilien-Finanzierungen verzichtet mittlerweile praktisch jedes Institut auf solche Kostenextras. Ein genauer Blick ins Kleingedruckte schadet allerdings trotzdem nicht. Nur so können Bauherren sicher sein, dass sich im Vertrag nicht doch Gebühren für Sondertilgungen verstecken. Ist das nicht der Fall, sind Sondertilgungen eine rundum gute Sache.

Es gibt übrigens eine ganze Reihe unterschiedlicher Einnahmequellen, aus denen sich die Sondertilgungen bestreiten lassen. Etwa, wie bei vielen Millionen Arbeitnehmern in Deutschland üblich, das Urlaubs- und das Weihnachtsgeld. Vielleicht auch Boni- und andere Extrazahlungen, die der Arbeitgeber nach einem besonders guten Jahr überweist. Bisweilen resultiert der Geldsegen auch aus Schenkungen und Erbschaften der Eltern, Großeltern und anderer Verwandter.

 
 
 
 
Quelle: aktion pro eigenheim / Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e. V.
 
 
 
 

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